Received: August 02, 2001
Die Lokalisierung des Paradeisionklosters in Konstantinopel: (nach Siegeln und der Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod)
Victoria Bulgakova,
Berlin University
Das Theotokoskloster Paradeision in Konstantinopel war bis vor kurzem
durch ein einziges in Byzanz aufgefundes1 Siegel aus der 2. Hälfte des 11.
Jhs. vertreten [Laurent, 1963, V, 2, n. 1172, Pl. 149]2. (Abb. 1) Die Vorderseite
des Siegels zeigt eine in der Sigillographie einzigartige Darstellung einer
thronenden Hodegetria mit dem Kind auf dem rechten Arm3. Das zweite Siegel mit
einem ähnlichen Bild von thronender Hodegetria-Dexa, das demselben Kloster
zugeschrieben werden kann, stammt aus altrussischem
Gebiet (Černigov) und wird in die 2. Hälfte des 11.-12. Jhs. datiert4.
(Abb. 2)
Den Klosternamen verbinden Forscher mit dem gleichnamigen Viertel Paradeision
(Parade…sion) im Westen Konstantinopels5. Die einzige Erwähnung des Paradeisionklosters
findet sich in den Akten des 7. ökumenischen Konzils (Nikaia,
787), was seine Existenz bereits im 8. Jh. beweist. Seit dem 13. Jh., kommt in
Chroniken und Dokumenten das Patronymikon «Paradeisièthj»
vor, welches auch auf die Klosterbenennung zurückgeführt werden kann [Mansi,
XIII, 156, B; Laurent, 1963, V, 2, ð.
97].
In den Konzilsakten wird das Paradeisionkloster als Kloster «tÁj
¡g…aj QeotÒkou toà Paradeis…ou»
bezeichnet [Mansi, XIII, 156, B], was darauf hinwiest, daß seine
Hauptkirche der Theotokos geweiht war. Dies
erklärt sowohl die Wahl des Bildes für
die Vorderseite der Siegel, welches am wahrscheinlichsten auf das Bild der
Muttergottes in der Theotokoskirche zurückgeht, als auch die Anrede «KÒrh»
in der Inschrift eines der Siegel7.
Die Lage des Klosters und der Kirche der heiligen Theotokos im Paradeision
als auch des Viertels selbst ist aufgrund der Quellenangaben nicht genau
lokalisierbar. Die Notizen in den Synaxaren weisen lediglich darauf hin, daß
sich die Theotokoskirche in der Nähe der Mokioskirche befand [Syn. CP, 144,
1.7-8; 205, 1.28-30], die westlich von der gleichnamigen Zisterne, hinter der
Konstantinsmauer lag8 (Abb. 3).
R. Janin bracht das Paradeision westlich der Zisterne und des gleichnamigen
Klosters unter. Gleichzeitig äußerte er aber auch die Vermutung, daß
die Theotokoskirche im Paradeision mit dem Kloster QeotÒkoj
tîn KÚrou, das nordwestlich von der
Mokioskirche, zwischen Mokioszisterne und Romanostor lag, identisch sein könnte.
[Janin, 1964, p. 404; Janin, 1969, p. 217]. Das Kloster t¦
KÚrou ist aber aller Wahrscheinlichkeit
nach zwischen dem 6. und 10. Jh. von seinem ursprünglichen Platz in der Nähe
der Mokioskirche zum Valensaquädukt hin verlegt worden, was die zwei
abweichenden Einweihungsdaten für ta Kyru in den Synaxaren bestätigten
könnten [Berger, 1988, S. 477-482]. Der neue Standort des Klosters t¦
KÚrou soll sich, A. Berger zufolge, an
der Stelle der Kalenderhane-Camii-Kirche beim Mesomphalon befunden haben [Berger,
1988, S. 479f.]. Diese Daten schließen die Übereinstimmung des
Klosters und der Theotokoskirche im Paradeision mit dem Kloster t¦
KÚrou eindeutig aus.
Die genaue Lokalisierung des Klosters wird auch dadurch erschwert, daß
in den Quellen aus verschiedenen Zeiten in der Nähe der Mokioskirche und
der Lukaskirche, die auch unweit von der Zisterbe lag9, Theotokosklöster mit
unterschiedlichen Namen erwähnt werden.
Im 6. Jh. ist das dort liegende
Theotokoskloster unter dem Namen (Mon¾
tîn) Bessîn oder
(Mon¾ tÁj) QeotÒkou
plhs…on toà ¡g…ou Louk©
(Konzilsakten von 536) bekannt [Janin,
1969, p. 63, 195]; im 8. und 11.-12. Jh. als (Mon¾)
tÁj ¡g…aj QeotÒkou toà Paradeis…ou
oder Mon¾ Paradeis…on (Konzilsakten
von 787, die Siegel aus dem 11.-12. Jh.) [Mansi, XIII, 156, B; Laurent, 1963,
V,2, n. 1172]; am Anfang des 13. Jhs. als Bogorodizyn monastyr’ (Kniga
Palomnik Antonijs von Novgorod) [AN, 27]10. Die Daten über den Standort
dieser Klöster weisen darauf hin, daß es sich mit großer
Wahrscheinlichkeit um ein- und dasselbe Kloster handelte. Während die
Übereinstimmung mit dem Bessonklosters eine Annahme bleiben muß,
spricht im Falle des Paradeision und des Bogorodizynklosters nicht
nur der Vergleich der topographischen Daten, sondern auch die chronologische Nähe
der Quellenn für diese.
In diesem Zusammenhand ist das
Siegel aus Černigov zu berücksichtigen,
das in das 11.-12. Jh. datiert wird und folglich die Existenz des Klosters in
dieser Zeit beweist. Antonij von Novgorod erwähnt in seinem Bericht aus dem
Jahr 1200 nur ein Theotokoskloster in der Nähe der Mokioskirche, was
nahelegt, diese Belege miteinander zu vergleichen. Zweifellos bezeichnen sowohl
das Siegel als auch der Bericht aus der Kniga Palomnik dasselbe
Theotokoskloster.
Außerdem läßt es die Erwähnung des Antonij von Novgorod
dieses Klosters zu, dessen Lage zu präzisieren. Bis heute wurde der
Standort lediglich aufgrund der Hinweise aus den Synaxaren über die Nähe
der Hauptkirche des Klosters zur Mokioskirche bestimmt.
Antonij, die Klöster und Kirchen beim heiligen Mokios aufzählend,
schreibt: «I ó ñòîëïà ïîñòîðîíü Áîãîðîäèöûíà ìîíàñòûðÿ ëåæèòú Íîâûi Åâäîêèìú âî ñðåáðÿíh ãðîáh àêè æèâú»
[ÀN, 27]11. Diese Stelle wurde von den
Forschern auf verschiedene Weisen interpretiert.
Einige gehen davon aus, daß Antonij in seiner Beschreibung nicht nur
die Kirchen selbst, sondern hauptsächlich die in ihnen untergebrachten
Reliquien aufzählt12, und verbinden daher die Erwähnung der Gebeine des
heiligen Eudokimos mit der gleichnamigen Kirche [Berger, 1988, S. 653]. Anderen,
und besonders Ch.M. Loparev, der die Angaben aus den Parallelquellen berücksichtigt
hat13, verstanden diese Erwähnung als Hinweis auf die Lagerung der Gebeine
von Eudokimos im Theotokoskloster [Mordtmann, 1892, p. 78; Loparev, 1897, s.
357; Loparev, 1899, s. LII-LIII]. Ohne an dieser Stelle näher darauf
eingehen zu wollen, muß man vermerken, daß der Bericht Antonijs
schon mehrere Forscher bei der Bestimmung des Standortes der Kirche mit den
Eudokimosgebeinen verwirrt hat [Loparev, 1897, s. 357; Berger, 1988, S. 653].
Die Tatsache, daß Antonij gleich nach der Erwähnung des
Diosklosters und vor der Beschreibung der Kirchen und Heiligtümer beim
Romanostor von den Gebeinen des Eudokimos beim Theotokoskloster spricht, scheint
auf den ersten Blick deren Lagerung gerade an dieser Stelle zu
bestätigen, nämlich zwischen dem Dioskloster, das vermutlich nördlich
oder nordwestlich von der Mokioskirche im Lykostal lokalisiert wird14, und dem
Romanostor. In allen Parallelquellen wird jedoch die Eudokimoskirche im
Exakionion15, einem Stadtteil vor der Konstantinsmauer bei ihrem Schnittpunkt mit
der Mese, untergebracht [Janin, 1969, p. 115], womit sich hier nochmals die für
Antonijs Darstellung charakteristische topographische Inkonsequenz zeigt, auf
die bereits die ErfForschern der Kniga Palomnik hingewiesen haben [Loparev,
1899, s. XXIX-XXXIII, CXXXIf.; Prokof’ev, 1970, s. 86f.; Seemann, 1974, S.
214-216; u. a.]16.
Außer dem Hinweis Antonijs auf die Lage des Theotokosklosters in der Nähe
der Kirche mit den Gebeinen des heiligen Eudokimos, die sich, wie bereits oben
erwähnt, im Exakionion befand, enthält die Kniga Palomnik noch
eine weiterer topographischer Angabe, die hilft, sowohl die Lage des
Theotokosklosters (und dementsprechend des Viertels Paradeision) als auch der
Eudokimoskirche zu präzisieren. Es handelt sich hierbei um die Erwähnung
des «ñòîëïà»
(der „Säule“), die in der Literatur verschiedene Erläuterungen
gefunden hat.
So haben westliche Forscher den Satz «I ó ñòîëïà ïîñòîðîíü Áîãîðîäèöûíà ìîíàñòûðÿ ëåæèòú Íîâûi Åâäîêèìú âî ñðåáðÿíh ãðîáh àêè æèâú»,
der von ihnen in zwei Teile zerlegt wurde, ausschließlich als Hinweis auf
den Standort des Klosters in der Nähe der Säule ausgelegt [Janin,
1969, p. 199; Berger, 1988, S. 603]. R. Janin, «die Säule» als die
Arkadiossäule17 im Xerolophos18, an der Innenseite der Konstantinsmauer,,
auffassend, nahm an, daß das Theotokoskloster mit der Theotokoskirche
beim Xerolophos (QeotÒkoj
plhs…on toà XhrolÒfou) identisch
ist [Janin, 1969, p. 199].
Ähnliches finden wir bei A. Berger, der die Kniga Palomnik zur Präzisierung
der Bautenlage in der Patria Konstantinupoleos verwendet hat. Er
verbindet jedoch Antonijs Kirche im Gegensatz zu R. Janin nicht mit der Theotokoskirche
beim Xerolophos, sondern vermutet in der Kirche des Theotokosklosters, «die
Antonij von Novgorod hier (im Xerolophos - V.B.) 1200 „bei
einer Säule“ sah», die Muttergotteskirche to Krystallon (QeotÒkoj
tÕ KrÚstallon), die wahrscheinlich südlich
vom Xerolophos lag [Berger, 1988, S. 602f.]19.
Daß sich die Forscher, die die Sprache des Originals der Kniga
Palomnik, das Altrussische, nicht beherrschen, bei der Erklärung dieser
Stelle bei Antonij irrten, ist offensichtlich, aber auch vollkommen unerklärlich,
da der Irrtum kaum auf einem Fehler in der französischen Übersetzung
des Buches [Livre du pelerin, 1889]20 beruhen kann. Der betrachtete Satz wird da nämlich
praktisch wörtlich, ohne Veränderung der Semantik der russischen
Konstruktion wiedergegeben21. Aus der Syntax des Satzes, sowohl im Original als
auch in der Übersetzung, geht deutlich hervor, daß es sich hier um
einen in sich schlüssigen Satz handelt, der nicht in die zwei selbständigen
Teile «I ó ñòîëïà ïîñòîðîíü Áîãîðîäèöûíà ìîíàñòûðÿ...»22 und «...ëåæèòú Íîâûi Åâäîêèìú âî ñðåáðÿíh ãðîáh àêè æèâú»
gegliedert werden kann. Die Ortsbestimmung «bei der Säule» bezieht sich
jedoch auf die Gruppe des Prädikates «liegt» und bestimmt somit die Lage
des Subjektes des Satzes «Neue Eudokimos», nicht des Theotokosklosters näher.
Doch es ist nicht weniger seltsam, daß R.
Janin und gleich nach ihm A. Berger das Theotokoskloster in der Nähe der
Eudokimoskirche im Exakionion, an der Außenseite der Konstantinsmauer, im
Xerolophos, an der Innenseite der Mauer, unterbringen. Und es ist dabei umso
auffälliger, daß Antonij in dem Teil seiner Beschreibung, die mit dem
Karpos-und-Papylos-Kloster beginnt und mit der Romanoskirche endet, außer
der nochmaligen Erwähnung der Gebeine der Heiligen Kyros und Johannes, die
sich unweit der Hagia Sophia befanden23,
nur die Kirchen und Klöster im Stadtteil gegenüber der 12. und teilweise 11. Regions Konstantinopels,
zwischen Konstantins- und Theodosiosmauer, beschreibt24: «À îòòîëå æå ñâÿòûÿ Êàðïú è Ïàïèëà â æåíüñêîì ìîíàñòûðè âî åäèíîìú ãðîáå ëåæàòú» (= Karpos-und-Papylos-Kloster und Kirche (später die Menaskirche) in Psamathia25); «Ñú ñòðàíú æå òîãî Òðîÿíäîôèëèöà ìîíàñòûðå» (= Peribleptos-Kloster in ta Triakontaphyllou26); «À îòòîëå ñâÿòûè Ñòåôàíú Íîâûè â ìîíàñòûðè ëåæèò» (= Stephanoskirche in Aurelianai27); «À îòòîëå ñâÿòàÿ Áîãîðîäèöà Âåðãåòðè» (= Evergetis-Kloster, beim Pegetor?28); «È áëèç òîãî åñòü ìîíàñòûðü æåíüñêèè» (= Aninas-Kloster ? in der Nähe des Mokios-Klosters)29; «À îòòîëå æå ñâÿòîãî Ìîêèÿ ìîíàñòûðü, à âú íåìú öåðêîâü âåëèêà» (= Kloster und Kirche des heiligen Mokios westlich der Mokioszisterne)30; «Íåäàëå÷å îòú ìîíàñòûðÿ òîãî Íîâûè îòåöú Åóôèìåé ëåæèòú» (= Euthymios-Kloster in Psamathia)31; <«Îòòîëå æå Êèðà, Èîàííà ìîùè» (= Kyros-und-Johannes-Kirche in ta Steiru) >; «È ñòðàíü òîãî öåðêâè ñâÿòîãî Ëóêè åñòü» (= Lukaskirche, südlich ? der Mokioszisterne)32; «À òîëå ñâÿòûè Äèìèòðåè ëåæèòü â òåëå» (= Demetrioskirche des Aninas-Klosters ? beim Mokios-Kloster)33; «À îòú íåãî âú ìîíàñòûðè ìóæüñêîìú ñâÿòîãî Äèÿ ãëàâà è ìîùè» (= Dioskloster, nördlich oder nordwestlich der Mokioskirche im Lykostal?)34; «È ó ñòîëïà ïîñòîðîíü Áîãîðîäèöûíà ìîíàñòûðÿ (= Theotokoskloster im Paradeision) ëåæèòú Íîâûi Åâäîêèìú» (= Eudokimoskirche im Exakionion)35; «È ó Ðîìàíîâûõú âðàòú ñâÿòûè âåëèêèè ïðîðîêú Äàíèëú ëåæèòú è ñâÿòûè Ðîìàíú è Íèêèòà» (= Romanoskirche beim Romanostor)36 [ÀN, 25-27].
Nach Ch.M. Loparev stellt der Ausdruck «ó ñòîëïà ïîñòðîíü ìîíàñòûðÿ» bei Antonij die Lehnübersetzung von griechischem par¦ tù toà k…onoj oder ¢ndri£ntoj p£rex [exwkion…ou] monasthr…J dar, der das russische «ó ìîíàñòûðÿ â ñòîðîíå îò ñòîëïà»
entsprechen würde [Loparev, 1899, s. XXVIII]. Auch wenn in dieser
Konstruktion kein Gräzismus zu erkennen ist, bleibt ihre Bedeutung nach wie
vor - «bei der Säule, neben dem Kloster».
Ch.M. Loparev, der auch wie die anderen diese Säule beachtet hat,
lokalisierte sie zwischen der Konstantinsmauer und dem Goldenen Tor, wobei er
sie irrtümlicherweise als Theodosiossäule verstand [Loparev, 1899, s.
LIII]. Der Standort der Eudokimoskirche läßt jedoch keinen Zweifel
daran, daß hier von der gewissen Säule im Exakionion die Rede ist.
Der Patria Konstantinupoleos zufolge standen am Ende des 10. Jhs. im
Exakionion einige Säulen. Auf einer von ihnen, der kurzen Säule an der
Nordseite, stand das
Standbild von Konstantin VI. (780-797) [PK II 56], auf den anderen die
Standbilder, die aus Kyzikos mitgebracht worden waren [PK II 54]37. Zur Zeit der
Wallfahrt Antonijs von Novgorod gab es offensichtlich kein Standbild mehr auf
der von ihm erwähnten Säule, weswegen er sie einfach als „ñòîëï“
(die „Säule“) bezeichnete. In der Kniga Palomnik war
aller Wahrscheinlichkeit nach von der Säule im Exakionion, vor dem Tor in
der Konstantinsmauer (¹ pÒrta
toà 'Exakion…ou), die Rede, die auch in
den Quellen aus der Zeit kurz vor der türkischen Eroberung Konstantinopels
erwähnt wird (s.: Manuel Chrysoloras, PG 156, 45D)38.
Aufgrund der unternommenen Analyse des Textes aus der Kniga Palomnik
Antonijs von Novgorod kann man vermuten, daß das Theotokoskloster (=
Theotokoskloster im Paradeision) südlich der Mokioskirche in
Richtung des Exakionion
gelegen hat, und nicht, wie früher
behauptet wurde, im Xerolophos, bei der Arkadiossäule (vgl.: Janin,
1969, p. 199; Berger, 1988, S. 602f.). Dementsprechend sollen wir hier auch das
Viertel Paradeision unterbringen (vgl: Janin, 1969, p. 404).
Die Identifizierung des Paradeisionklosters als das Bessonkloster oder QeotÒkou
plhs…on toà ¡g…ou Louk©, welche
oben in der Form einer Annahme schon mal ausgesprochen worden ist, ist nach
dieser Schlußfolgerung
mit großer Wahrscheinlichkeit als
richtig anzunehmen. Allem Anschein nach stellte die unweit vom Kloster liegende
Lukaskirche, die vermutlich südöstlich vom Mokios-Kloster lag, zu
jener Zeit einen Orientierungspunkt für den Standort des Klosters dar, was
sich in dessen Bezeichnungen in den Quellen des 6. Jhs. (als die Eudokimoskirche
noch nicht existierte39) als «Theotokoskloster beim heiligen Lukas»
widerspiegelt.
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Illustrations:
Abb. 1: Siegel des Paradeision Klosters, Byzanz (Laurent V,2, n. 1172)
Abb. 2: Siegel des Paradeision Klosters, Altrussland/ Černigov (Privatsammlung)
Abb. 3: Plan Konstantinopels (nach R. Janin. Const. byz. 1964)
Sources:
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2 Sammlung der American Numismatic Society, New York (ANS, Coll. Bell, n. 15).
3 Zum ikonographischen Typ s.: Lasarev, 1971, s. 303-309.
4 Privatsammlung (Černigov / Ukraine).
5 Zum Paradeision s.: Janin, 1969, p. 403f.
6 Zu seiner Zeit sprach N.P. Kondakov von der möglichen Existenz eines
besonderen ikonographischen Muttergottestypus, der mit der Theotokoskirche oder
dem Kloster im Paradeision verbunden sei. Seine Vermutungen basierten jedoch auf
der von ihm postulierten russischen Namensform des Klosters als «Theotokos im
Paradies» mit dem daraus folgenden ikonographischen Sujet [Kondakov, 1915, II,
s. 43].
7 Das von V. Laurent edierte Siegel hat die metrische Inschrift: «+ Mon¾n
| KÒrh, s¾n | Parade…-| sion skš-| poij» [Laurent, 1963, V, 2, n. 1172, ð. 97].
8 Zu Mokios-Kloster und Kirche s.: Janin, 1969, p. 354-358.
9 Zur Lukaskirche s.: Janin, 1969, p. 311; Berger, 1988, S. 634f., 641f.;
Magdalino, 1996, p. 106 (Skizze).
10 Die originale, hier zitierte Ausgabe der Kniga Palomnik von Loparev
ist nach den sechs Ende
des 19. Jhs. bekannten Handschriften aus dem 16.-18. Jh. ediert [ÀN]. Diese
bleibt bis heute die beste und in der
Forschungsliteratur am häufigsten zitierte Ausgabe. Zur Charakteristik der Kniga
Palomnik und ihrer Handschriften s.: Prokof’ev, 1970; Belobrova, 1974.
11 In der Handschrift ß ist eine andere Zeichensetzung vorzu finden: «È ó, ñòîëïà ïîñòðîíü, Áîãîðîäèöèíà ìîíàñòûðÿ ëåæèòü Íîâûé Åâäîêèìú âî ñðåáðÿíh ãðîáh, àêè æèâú»
[AN, 86].
12 Dazu s.: Seemann, 1976, S. 207; Berger, 1988, S. 160.
13 Beseda o Caregrade von einem russischen Anonymus um 1300 [BC, 20]; Vita
des heiligen Eudokimos [BE, 23.2-3].
14 Dazu s.: Berger, 1988, S. 653.
15 Zum Exakionion s.: Berger, 1988, S. 352-356.
16 Nach Loparev kann das Fehlen einer logischen topographischen Anordnung
in Antonijs Ausführungen unter
anderem dadurch erklärt werden, daß er bei weitem nicht alles von ihm
Beschriebene persönlich besuchte. Es ist möglich, daß Antonij in
manchen Fällen Angaben benutzte, die er von Ortskundigen gehört oder
dem «Stadtführer» von Konstantinopel entnommen hatte. [Loparev, 1899, s.
XXXIIf., CXXXII]. N.I. Prokof’ev erklärte die Widersprüche in der
Reihenfolge der topographischen Angaben in Antonijs Ausführungen mit der
Existenz zweier Redaktionen seiner Erzählung: nämlich der primären
Autorenredaktion, die einen literarisch wenig bearbeiteten Text darstellte, der
für die persönliche Benutzung oder einen engen Leserkreis gedacht war,
und einer sekundären Redaktion, die nach seinem Tode ausgearbeitet worden
ist [Prokof’ev, 1970, s. 87].
17 Zur Arkadiossäule s.: Berger, 1988, S. 357f. Obwohl die Deutund des „stolpa“
Antonijs als Arkadiossäule der Plausibilität entbehrt und es dafür
keiner zusätzlichen Beweise bedarf, kann man hier dennoch folgendes
anmerken. Falls es Gründe gäbe zu vermuten, daß Antonij mit
dieser Säule wirklich die Arkadiossäule meinte, hätte er sich
doch angesichts ihrer Bedeutsamkeit und bemerkenswerten Außenansicht
(sogar wenn man den Charakter von Antonijs Schilderung der profanen Bauten
Konstantinopels, die er nur als Fixpunkt für die nahegelegenen heiligen Stätten
und Heiligtümer nannte, berücksichtigt [Seemann, 1976, S. 209, A. 12])
nicht auf einem so kargen Beschreibung der Säule beschränkt. Vgl. die
Beschreibung der Arkadiossäule wie bei Diakon Zosima überliefert, der
als einziger der russischen Pilger über die Säule berichtete [Seemann,
1976, S. 209]: «È åñòü ñòîëï èäó÷è êú Ñòóäèèñêîìó ìîíàñòûðþ, âåñü ïîäïèñàí, ÷òî íà ñâåòå åñòü; ñèè ñòîëï ïîñòàâèë Àðêàäèè öàðü íà ïàìÿòü ñîáå» [Zosima, 23].
18 Zum Xerolophos s.: Janin, 1964, p. 439f.;
Berger, 1988, S. 356-358.
19 A. Berger schließt aber nicht aus, daß die Muttergotteskirche to
Krystallon auch mit der Muttergotteskirche beim Xerolophos identisch sein könnte
[Berger, 1988, S. 602f.].
20 Die Übersetzung Khitrovos’, hat, trotz ihres
unveränderten Nachdrucks 1966, den
Ruf, „eine schlechte Übersetzung“ zu sein [Berger, 1988, S. 160]. Ihr
liegen die Handschriften der Kniga Palomnik zugrunde, die von P.
Savvaitov (Handschrift C) [Putešestvije, 1872] und I.I. Sreznevskij
(Handschrift K mit den Varianten aus der Handschrift C)
[Sreznevskij, 1876] ediert worden sind, und sie ist bekannter als eine spätere,
ebenfalls französische Übersetzung von M. Ehrhard [Ehrhard, 1932].
21 «Et près de la Colonne, à côté du couvent de
la Vierge, le nouvel Eudoxe est couché comme vivant dans un tombeau en
argent» [Livre du pèlerin, 1889, ð.
103].
22 Nach der Übersetzung von V.N. Khitrovo zitiert R. Janin diese Stelle auf
die gleiche falsche Weise: «Et près de la Colonne (d’Arcadius),
à côté du couvent de la Vierge…» [Janin, 1969, p.
199].
23 Die erste Erwähnung der Gebeine von Kyros und Johannes finden wir beibei
der Beschreibung der Hagia Sophia [AN, 16], in deren Nähe, im Bezirk ta
Steiru, sich die ihnen geweihte Kirche befand. Zur Kyros-und-Johannes-Kirche s.: Janin, 1969, p. 294; Berger, 1988, S.
388.
24 Die weitere Aufzählung entspricht der Reihenfolge bei
Antonij.
25 Zum Karpos-und-Papylos-Kloster s.: Janin, 1969, p. 279; Berger, 1988, S.
624f.
26 Zum Peribleptos-Kloster s.: Janin, 1969, p. 218-222.
27 Zur Stephanoskirche s.: Janin, 1969, p. 472f., 477; Berger, 1988, S. 361-363.
28 Zum Evergetis-Kloster s.: Janin, 1969, p. 178-184.
29 Dazu s.: Janin, 1969, p. 35.
30 Zu Mokios-Kloster und Kirche s. oben Anm. 8.
31 Zum Euthymios-Kloster s.: Berger, 1988, S. 603.
32 Zur Lukaskirche s. oben Anm. 9.
33 Zur Demetrioskirche s.: Janin, 1969, p. 89. Es ist allerdings nicht
auszuschließen, daß Antonij auch die Kirche des heiligen Demetrios
im Bezirk to Deuteron, der sich hinter der Konstantinsmauer gegenüber
der 11. Region befand, gemeint haben könnte. Jedoch halten Forscher die
Übereinstimmung der zum Kloster des heiligen Aninas gehörenden
Demetrios-Kirche mit der gleichnamigen Kirche im Deuteron auch für möglich.
34 Zum Dioskloster s.: Janin, 1969, p. 97-99; Berger, 1988, S. 652f.
35 Zur Eudokimoskirche s.: Janin, 1969, p. 115; Berger, 1988, S. 653.
36 Zur Romanoskirche s.: Janin, 1969, p. 448f.; Berger, 1988, S. 667-669.
37 Dazu s. auch: Janin, 1964, p. 351; Berger, 1988, S. 352.
38 Zur Säule s. auch: Berger, 1988, S. 354; Berger, 1994, S. 348.
39 Den verschiedenen Redaktionen der Vita des heiligen Eudokimos zufolge ist er
zwischen 833 und 843 gestorben [ÂÅ, s. VII-VIII].
Abbreviation:
BZ Byzantinische Zeitschrift
MGPI Moskovskij Gosudarstvennyj pedagogičeskij institut im. V.I. Lenina
ORJaS Otdelenije russkogo jazyka i slovesnosti Imperatorskoj Akademii nauk
PPS Pravoslavnyj Palestinskij sbornik
TODRL Trudy Otdela drevnerusskoj literatury
VV Vizantijskij vremennik
Citation:
Victoria Bulgakova. Die Lokalisierung des Paradeisionklosters in Konstantinopel: (nach Siegeln und der Kniga Palomnik Antonijs von Novgorod) / Byzantine Studies, (http://archaeology.kiev.ua/byzantine/sigillography/bulgakova.htm).
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